Die schöne Müllerin

www.die-schoene-muellerin.com

Projektbeschreibung:

Manche Menschen geraten nach Trennung, Scheidung oder Tod des Partners in soziale Not. Dieses Phänomen greift Projektkünstler Stefan Weiller in seiner Interpretation des Schubert-Liederzyklus’ “Die Schöne Müllerin” auf. "Die schöne Müllerin" erzählt die Vorgeschichte zur Winterreise, die Weiller seit 2009 in seinen Aufführungen durch deutschsprachige Städte trägt: www.deutsche-winterreise.de

 

Im Projekt "Die schöne Müllerin" setzt sich Weiller künstlerisch mit unerfüllter Liebe auseinander. Wie schon bei der Deutschen Winterreise stehen aber sozial benachteiligte Menschen im Zentrum; ihre Erfahrungen von Liebe und ihrem Scheitern, oder vergeblichen Hoffen werden im Projekt frei von Autor Stefan Weiller nachgezeichnet.

 

Erzählt werden Geschichten und Lieder von – wie es bei Dichter Wilhelm Müller heißt – “Liebe, Leid und Sorgen” – zart, schön, bitter, bewegend und manchmal auch verzweifelt. Dieses Projekt unterscheidet sich stilistisch von der Deutschen Winterreise , die den Schubert-Liederzyklus Winterreise mit dunklen Lebensstationen wohnungsloser Menschen in Beziehung bringt. “Die Schöne Müllerin” wird, wie schon die Deutsche Winterreise, an vielen Orten jeweils neu erarbeitet werden – und zum Archiv besonderer Liebesgeschichten werden.

 

Alle Texte werden in freier Nacherzählung von Autort Stefan Weiller geschrieben. Motive aus Weillers Recherche in sozialen Einrichtungen dienen als Vorlage. Es handelt sich nie um O-Töne, oder um Zitate der Interviewten. Die Begegnungen von Weillers Recherchen werden niemals elektronisch aufgezeichnet oder schriftlich protokolliert. Es handelt sich ausschließlich um Texte des Autors Weiller.

 

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Hintergründe

Nicht bewältigte Trennung, Scheidung, oder der Tod des Partners sind mögliche Auslöser für die Entstehung von Wohnungslosigkeit. Armut und soziale Ausgrenzung sind Hauptursachen für die Entstehung von Wohnungslosigkeit. Überschuldung, Langzeitarbeitslosigkeit, gewaltgeprägte Lebensumstände, soziale Isolation und Sucht- oder psychische Erkrankungen sind weitere Problemlagen, die zu Wohnungslosigkeit führen können. Erschwerend hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungsprozesse und Wohnraumverknappung vor allem in den Städten.

Die schöne Müllerin in der Bearbeitung von Stefan Weiller ist ein Musiktheaterstück und Kunstwerk mit dokumentarischem Kern.

 

Das Schicksal wohnungsloser Menschen steht im Zentrum. Das Projekt ist von wohnungslosen Menschen inspiriert und über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstanden.

Das Projekt widmet sich der Liebe, die nicht zwischen Herkunft, Alter, sozialem Status oder Nationalität unterscheidet, sondern alle Menschen verbindet. Im Projekt geht es entsprechend nicht um „Wohnungslose“, sondern um Menschen.

 

Das Projekt will das Phänomen Wohnungslosigkeit keineswegs auf private Aspekte verengen, oder von der sozialen Verantwortung des Einzelnen und der Gesellschaft ablenken. Vielmehr geht es mit der Konzentration auf Liebesgeschichten um etwas, das alle Menschen eint: Liebe und die Sehnsucht nach Liebe. Es geht um Nähe und Gemeinschaft mit Menschen, die sich allzu oft auf ihren sozialen Status als Wohnungslose reduziert sehen. Das Projekt zeigt die Anfechtung, der jeder Mensch ausgesetzt ist, denn wer liebt macht sich verletzbar. Wer aber nicht liebt, trägt schon eine tiefe Wunde.

Warum werden die Liebesgeschichten mit dem Schubert-Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ verbunden?

In den 20 Liedern aus „Die schöne Müllerin“ (1821 erschienenen in „Sieben und siebzig nachgelassene Gedichten aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten“) zeichnete Dichter Wilhelm Müller die unerfüllte Liebe eines Menschen nach und findet dafür berührende  Sprachbilder, die bis heute gültig und nachvollziehbar sind. Franz Schubert fasste die Texte in ewige Musik. Die Würde dieser alten Texte und Musik verbindet sich schlüssig mit den zeitgemäßen Texten, die Autor Stefan Weiller frei auf Grundlage von Begegnungen mit wohnungslosen Menschen für das Projekt „Die schöne Müllerin - von unerfüllter Liebe wohnungsloser Menschen in Berlin“ verfasste.

 

Mit dem Projekt „Die schöne Müllerin – von unerfüllter Liebe wohnungsloser Menschen in Berlin“ erzählt Weiller die Vorgeschichte zur „Deutschen Winterreise“. Im Vergleich zum Projekt „Deutsche Winterreise“, das dunkle Moment im Leben wohnungsloser Menschen abbildete, ist das neue dokumentarische Theaterprojekt über weite Strecken licht und heiter, ohne die Bedrohung und Anfechtung auszublenden.

 

Während im Liederzyklus “Die schöne Müllerin“ vor allem der Müllergeselle im Zentrum der Betrachtung steht, rückt Weiller die Frauenfigur der Müllerin ins Zentrum. Auch wenn im Berliner Projekt die Lieder nicht mehr einzig die Gefühlwelt eines Menschen, sondern vieler unterschiedler Menschen wiederspiegeln, so bleibt das innere Band des Zyklus doch erhalten, denn immer geht es nur um das eine: Liebe!

 

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Fernsehbericht ZDF über Die Schöne Müllerin in Berlin

Liebe


„Liebe“ ins Zentrum der Begegnung mit dem Thema Wohnungslosigkeit zu stellen ist naheliegend, denn viele Menschen geben das Scheitern ihrer Beziehung aus auslösenden Faktor ihrer sozialen Not an, aber dennoch ist dieser Schwerpunkt ungewöhnlich. Liebe ist der Motor und das Ziel menschlichen Handelns, Nächstenliebe ist grundlegend für das Zusammenleben einer Gesellschaft. Jeder will geliebt werden und jeder will lieben. Beziehungslosigkeit erleiden viele Menschen, die auf der Straße leben. „Für Liebe ist auf der Straße kein Platz“, so die Aussage einer wohnungslosen Frau aus Berlin.

Geschichten über Liebe, inspiriert durch Weillers Begegnungen wohnungslosen Menschen, werden in eine lyrische Form gebracht und verbunden mit dem Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert.
 

Die Gründe, die Menschen in die Obdachlosigkeit führen, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Immer ist dieser Weg mit einer sehr persönlichen Geschichten und oft mit vielen Faktoren verbunden: Arbeitslosigkeit, soziale Not, Beziehungslosigkeit, Krankheit, Depression, psychische Probleme –um nur einige zu nennen. Das Projekt Deutsche Winterreise, das diese vielen Faktoren aufzeigt, ließ anhand des hohen Publikumszuspruchs und der ausgezeichneten Resonanz, die die Aufführungen verzeichnen, erkennen, dass das Interesse an den Ursprüngen und am Verstehen von Obdachlosigkeit groß ist.
Mit dem Kunstprojekt „Die schöne Müllerin“ wird ein bedeutender Aspekt von Entstehung persönlicher Not betrachtet und sensibel in einem neuen Kunstwerk aufgegriffen.

Nächste Aufführungen:

Terminhinweise auf der Seite "Kalender"

Kunstprojekte von Stefan Weiller

Für die Deutsche Winterreise hat Stefan Weiller von 2008 bis 2018 in 32 Städten obdachlose Frauen und Männer getroffen.

Info Stefan Weiller

www.stiftung-winterreise.de

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