DIE SCHÖNE MÜLLERIN

www.die-schoene-muellerin.com

Projektbeschreibung:

Manche Menschen geraten nach Trennung, Scheidung oder Tod des Partners in soziale Not. Dieses Phänomen greift Projektkünstler Stefan Weiller in seiner Interpretation des Schubert-Liederzyklus’ “Die Schöne Müllerin” auf. "Die schöne Müllerin" erzählt die Vorgeschichte zur Winterreise, die Weiller über Jahre hinweg in seinen Aufführungen durch deutschsprachige Städte trug und mit einem Hörbuch abschloss: www.deutsche-winterreise.de

 

Im Projekt "Die schöne Müllerin" setzt sich Weiller künstlerisch mit unerfüllter Liebe auseinander. Wie schon bei der Deutschen Winterreise stehen sozial benachteiligte Menschen im Zentrum.

 

Erzählt werden Geschichten und Lieder von – wie es bei Dichter Wilhelm Müller heißt – “Liebe, Leid und Sorgen” – zart, schön, bitter, bewegend und manchmal auch verzweifelt. Dieses Projekt unterscheidet sich stilistisch von der Deutschen Winterreise .

 

Alle Texte werden in freier Nacherzählung von Autor Stefan Weiller geschrieben. Motive aus Weillers Recherche in sozialen Einrichtungen dienen als freie Vorlage. Es handelt sich nicht um O-Töne oder um Zitate der Menschen, bei denen Weiller recherchierte. Die Begegnungen von Weillers Recherchen werden niemals elektronisch aufgezeichnet und nicht schriftlich protokolliert.

 

Hintergründe

Nicht bewältigte Trennung, Scheidung, oder der Tod des Partners sind mögliche Auslöser für den sozialen Niedergang. 

Armut und soziale Ausgrenzung, Überschuldung, Langzeitarbeitslosigkeit, gewaltgeprägte Lebensumstände, soziale Isolation und Sucht- oder psychische Erkrankungen sind weitere Problemlagen, die etwa zu Wohnungslosigkeit führen können. Erschwerend hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungsprozesse und Wohnraumverknappung vor allem in den Großstädten.

Die schöne Müllerin in der Bearbeitung von Stefan Weiller ist ein bürgerliches Musiktheaterstück.

 

Weillers Schöne Müllerin widmet sich der Liebe, die nicht zwischen Herkunft, Alter, sozialem Status oder Nationalität unterscheidet, sondern alle Menschen verbindet. Im Projekt geht es entsprechend nicht um „Wohnungslose“, sondern um sozial ausgegrenzte Menschen dieser Gesellschaft.

 

Das Projekt will das Phänomen Wohnungslosigkeit keineswegs auf private Aspekte verengen, oder von der sozialen Verantwortung des Einzelnen und der Gesellschaft ablenken. Vielmehr geht es mit der Konzentration auf Liebesgeschichten um etwas, das alle Menschen eint: Liebe - und die Sehnsucht danach. Es geht um Nähe und Gemeinschaft mit Menschen, die sich allzu oft auf ihren sozialen Status reduziert sehen. Das Projekt zeigt die Anfechtung, der jeder Mensch ausgesetzt ist, denn wer liebt macht sich verletzbar.

In den 20 Liedern aus „Die schöne Müllerin“ (1821 erschienenen in „Sieben und siebzig nachgelassene Gedichten aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten“) zeichnete Dichter Wilhelm Müller die unerfüllte Liebe eines Menschen nach und findet dafür berührende  Sprachbilder, die bis heute gültig und nachvollziehbar sind. Franz Schubert fasste die Texte in ewige Musik. Die Würde dieser alten Texte und Musik verbindet sich schlüssig mit der zeitgemäßen, ungekünstelten Sprache des Autors Stefan Weiller, der nicht versucht, sich an die Texte von Wilhelm Müller stilistisch anzuschmiegen - und dem genau dadurch eine schlüssige Verbindung gelingt.

 

Während im Liederzyklus “Die schöne Müllerin“ vor allem der Müllergeselle im Zentrum der Betrachtung steht, rückt Weiller die Frauenfigur der Müllerin ins Zentrum.

Liebe

„Liebe“ ins Zentrum der Begegnung mit dem Thema Wohnungslosigkeit zu stellen ist naheliegend, denn viele Menschen geben das Scheitern ihrer Beziehung aus auslösenden Faktor ihrer sozialen Not an, aber dennoch ist dieser Schwerpunkt ungewöhnlich. Liebe ist der Motor und das Ziel menschlichen Handelns, Nächstenliebe ist grundlegend für das Zusammenleben einer Gesellschaft. Jeder will geliebt werden und offt, dass seine Liebe erwidert wird. Beziehungslosigkeit erleiden viele Menschen, die im sozialen Abseits leben. Diesem Aspekt widmet sich dieses Kunstprojekt, das in seinem Kern ein zutiefst bürgerliches ist und von Absturzängsten der Mittelschicht und dem Verlust des sozialen Status erzählt. Damit trifft Die schöne Müllerin mitten ins Herz aller Menschen, die sich nach Liebe sehen.

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© Stefan Weiller