Deutsche Winterreise

Kunstprojekt mit Musik von Franz Schubert

nächste Termine:

entnehmen Sie bitte der Unterseite "Kalender"

Immer wieder wird die Winterreise in Verbindung zu verschiedenen sozialen Themen gebracht - von Depression bis Obdachlosigkeit. Die Winterreise drängt Menschen in die Auseinandersetzung mit sich selbst und mit ihrer Zeit. Sie lässt viele Interpretationen zu.

Besonders und in dieser Form ungewöhnlich am Konzept der städtebezogenen Winterreise ist, dass die Kunstlieder Schuberts mit Weillers Geschichten über heutige Wohnungslose ergänzt und zu einem neuen, eigenständigen Kunstwerk verbunden werden. Der vertraute Liederzyklus wird also bewusst mit neuen Texten von Stefan Weiller erweitert, durchbrochen und verändert. Die städtebezogene Winterreise ist mehr als eine Aufführung von Schuberts Winterreise, sie ist ein Zeitdokument aus alter Musik und neuen, authentischen Texten; ein Projekt, das eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart deutscher, europäischer und deutschsprachiger Städte schlägt.

Einblicke in die Lebenswelt von sozial ausgegrenzten, obdachlosen, flüchtenden, asylsuchenden und von Wohnungsnot und Armut betroffenen Menschen in Verbindung mit Schuberts Liederzyklen "Die schöne Müllerin" und "Winterreise". In deutschen Städten und im europäischen Ausland unterwegs. Recheriert, geschrieben und inszeniert von Stefan Weiller

Foto: Lena Obst, Ausstellung Deutsche Winterreise
 "Die schöne Müllerin" und "Deutsche Winterreise" inspiriert von sozial ausgegrenzten und wohnungslosen Menschen. Für das Kunstwerk hat Weiller Menschen in sozialen Einrichtungen der Obdachlosenhilfe, sowie Asylsuchende und von Armut betroffene Menschen getroffen. Aus seinen Begegnungen  schreibt Weilller die Texte der Winterreise, die mit den Liedern Franz Schuberts zu einem neuen Gesamtkunstwert verwoben wurden. Das Projekt nimmt immer den Namen der Stadt an, in der es präsentiert wird.

 

Aufführungen der Projekte "Die schöne Müllerin" und "Winterreise" gehen weit über einen Liederabend hinaus; sie werden zum Kunstwerk zwischen Dokumentation, Lesung, Theater, szenischem Liederabend und choreografiertem Konzert.

Die Texte für das Projekt wurden nach Motiven wahrer Begebenheiten von Autor Stefan Weiller frei verfasst. Es handelt sich niemals um Originalzitate, sondern um freie Bearbeitungen, verdichtete Miniaturen, Fragmente und Portraits inspiriert von Begegnungen mit Menschen am vermeintlichen Rand der Gesellschaft.

Autor Stefan Weiller recherchiert seine Texte, wie viele Autoren, sorgfältig im realen Umfeld seiner gewählten Themen.

Die Begegnungen für das Projekt Winterreise werden von den sozialen Einrichtungen vermittelt. Teilweise werden die Texte in der Ich-Perspektive verfasst, damit der emotionale Zugang zu den Inhalten vertieft wird. Aber es handelt sich niemals um den Wortlaut aus den Begegnungen, sondern ausschließlich um das Werk von Schriftsteller Stefan Weiller.

"[...] ein sich wandelndes, lebendiges Kunstgebilde, dem die befragten Menschen ihren persönlichen Stempel aufprägen – jede Stadt schafft so ihre ganz eigene Winterreise. [...] Sozialarbeit und Kunst sind auf hohem Niveau vereint."

Dorothea Buchmann-Ehrle über die "Darmstädter Winterreise", Darmstädter Echo, 1.11.2011

Projektbeschreibung

Plakat 2012 klein Plakat Deutsche Winterreise

Die psychologischen und zwischen-

menschlichen Aspekte der "Winterreise" von Wilhelm Müller und Franz Schubert drängen Menschen in die Auseinandersetzung mit sich und ihrer Zeit. Die Winterreise erzählt von Einsamkeit, Sinnsuche und Ausgrenzung. Sie ist als Anfrage an den einzelnen Menschen und an die Gesellschaft zu interpretieren. Ein Anspruch, den auch das Kunstprojekt  "Deutsche Winterreise" verfolgt. Besonders und ungewöhnlich am Konzept dieser städtebezogenen Winterreise ist, dass die Kunstlieder Schuberts mit  Lebenserfahrungen heutiger Menschen konfrontiert und zu einem neuen Kunstwerk verbunden wurden. 

Winterreise und Wohnungslosigkeit lässt sich direkt aus den Liedtexten von Wilhelm Müller herauslesen. Die Verbindung der Winterreise mit dem Thema Einsamkeit, Wohnungslosigkeit und soziale Ausgrenzung gelingt besonders schlüssig.

 

Der Liederzyklus wird zum beklemmend-intensiven Klangbild für das Leben in existenzieller Sorge, unerfüllter Sehnsucht, enttäuschter Hoffnung, Armut und Not von Menschen unserer Zeit.

Jede Stadt hat ihre Winterreisenden

Wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen, die Weiller bei seinen Recherchen trifft, inspirieren die Aufführungen. Somit entsteht im jahrelangen Projektzeitraum ein eigenständiges Kunsterlebnis, das in der sozialen Realität verankert ist.

 

Der vertraute Liederzyklus wird mit Texten erweitert, durchbrochen und verändert. Zugleich bleibt die Kraft und Erhabenheit der 24 Lieder erhalten.

Die Umsetzungen gestalten ausgebildete Sängerinnnen und Sänger gemeinsam mit professionellen Schauspielern. Das künstlerische Niveau ist hoch. Jede Aufführung setzt neue musikalische Akzente. Neben dem Klavier werden weitere Instrumente einbezogen. Eine Raumregie hebt die Trennung zwischen Publikum und Akteuren auf.

Dokumentarischer Bezug, realer Kern

Der überwiegende Teil der wohnungslosen und von sozialer Ausgrenzung betroffenen Gesprächspartner, die Stefan Weiller von ihren Lebenserfahrungen erzählten, legt größten Wert auf Anonymität.

Nur unter dieser Bedingung erzählen sie frei und offen in einem geschützten Rahmen ihre Geschichte - wünschen aber zugleich, dass ihre Lebenserfahrung in das Projekt einfließt, um damit Klischees von Obdachlosigkeit entgegenzuwirken.

 

Die Geschichten müssen gehört werden. Sie sind wichtig. Es handelt sich aber immer um Texte des Autors Stefan Weiller, niemals um Texte von Obdachlosen. Die künstlerischer Ausarbeitung liegt einzig bei Stefan Weiller.

 

Es handelt sich nie um Originalzitate obdachloser Menschen. Die Sprache ist die des Autors Stefan Weiller. Seine Texte sind von den Begegnungen inspiriert, werden aber frei gestaltet.

Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier:

Nächste Aufführungen:

Terminhinweise auf der Seite "Kalender"

Kunstprojekte von Stefan Weiller

Für die Deutsche Winterreise hat Stefan Weiller von 2008 bis 2018 in 32 Städten zahlreiche obdachlose Frauen und Männer getroffen.

Info Stefan Weiller

www.stiftung-winterreise.de

Sämtliche hier veröffentlichten und wiedergegebenen Texte und die Werke von Stefan Weiller sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis des Autors in keiner Form zitiert oder wiedergegeben werden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Letzte Lieder / Deutsche Winterreise / Die schöne Müllerin / Stefan Weiller